KunstHOF_GROß

Kunsthof Nienburg
Gela Hecking-Kühl und
Hilda Richers-Kiesritzky
31582 Nienburg/Weser
Triemerstraße 9
T. 05021-8942457
info@kunsthofnienburg.de

Sogar mein Schatten ist munter...
Eröffnungstermin: 13. Mai 2012, in der GalerieN, Nienburg
 

Auf diesem Platz versuchen wir den Stand unserer aktuellen Entwurfsarbeit zu dokumentieren. Schauen Sie immer mal wieder herein, ob es eine neue Entwicklung gibt!

Sogar mein Schatten
ist munter und kerngesund
am Frühjahrsmorgen.

Wo bei dem Regen
sie wohl noch hingehen will,
die Weinbergschnecke?

Ein junges Mädchen
im Mondschein Briefe lesend.
zur Birnenblüte

Im Tomatenkorb
liegt des Gartens Farbenpracht
eingesammelt da.

Sommerregenguss
und dem Karpfen klopfen die
Tropfen auf den Kopf.

Im Sommerregen
rennt um den alten Rohrkorb
ganz rasch ein Mäuschen.

Ein Laubfrosch quakte
vom jungen grünen Blattwerk
im Regenschauer.

Astern sind schon welk,
Socken trocknen auf dem Zaun.
Wintersonnenschein.

Die Wolken gucken
zum Loch im Fenster herein,
voll Winterruhe.

Übertragung der Texte aus dem Japanischen von Jan Ulenbrook und Gerolf Coudenhove.

tomatenkorb_entwurf

Ausschnitt aus dem Entwurf zu “Im Tomatenkorb...

schatten_entwurf
Briefe_entwurf

Ausschnitt aus dem Entwurf zu “Ein junges Mädchen

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Ausschnitt aus dem Entwurf zu “Sogar mein Schatten...

Detail aus “Sogar mein Schatten..

Projektvorstellung

Im März 2011 wurde Japan von einem Erdbeben mit einer Atomkatastrophe heimgesucht. Nur kurze Zeit berichteten die Medien von der Not der Menschen in Japan. Ein Schrecken ging um die Welt. Es wurde die Besonnenheit der japanischen Bevölkerung bemerkt und auch die Ablehnung der Hilfsangebote von Seiten der japanischen Regierung. Gleichzeitig wirkte sich die Katastrophe in den Atomkraftwerken in Fukushima eklatant auf die Atompolitik der Bundesregierung aus.

Trotz des Mitgefühls, das jeder, der von dem Leid der japanischen Bevölkerung Kenntnis hatte empfand, wurde eine große Fremdheit der verschiedenen Kulturen deutlich.

Das Projekt „Sogar mein Schatten ist munter und kerngesund“ versucht eine Annäherung an die japanische Kultur. Dies kann durch den Versuch gelingen einen ins Deutsche übertragenden Gedichtzyklus auch bildnerisch und musikalisch in eine europäische Formensprache zu transformieren.

Die Diplom Textildesignerin Gela Hecking.Kühl und die Diplom Grafik-Designerin und freie Künstlerin Hilda Richers-Kieseritzky gestalten neun Gemeinschaftsarbeiten die den Gedichtzyklus in gewebt-gemalte Werke verbildlichen. Wohl in Kenntnis japanischer Formensprache, aber ohne diese zu adaptieren, vielmehr in dem Bemühen die Bilder dem europäische Verstehen anzunähern.

Gleiches versucht der Komponist Max Beckschäfer, der diesen Satz für vierstimmigen Chor vertont hat. Der Chor Liedschlag aus Nienburg wird diese kleine Kantate zu Gehör bringen. Die Flötistin Elisabeth Richers-Byrne aus Dublin spielt Kompositionen für japanische Flöte solo: "Chidori no kyoku" ( Lied der Regenpfeifer) von Yoshizawa Kengyo II (1808-1872) für Tenorblockflöte Solo. Hier wird die vollkommen andere Ästhetik japanischer Klänge und Klangfarben erlebbar.